Fridays for Future kennt heutzutage jeder. Es ist in aller Mund, auch wenn durch Corona und den Ukraine-Krieg die Bewegung etwas in den Schatten gedrängt wurde. 

Fridays for Future engagiert sich für den Klimaschutz. In riesigen Massen gehen die Mitglieder der Bewegung auf die Straße. Fridays for Future will etwas verändern. Es will das Denken der Mächtigen umwälzen. Dabei richtet sich die Organisation besonders an junge Leute: „Ich habe gelernt, dass man nie zu klein dafür ist, einen Unterschied zu machen”, sagt zum Beispiel Greta Thunberg auf der Instagram-Seite von Fridays for Future Deutschland.  

Dass das Klima schützenswert ist, dem würden die meisten wahrscheinlich zustimmen. Und auch die Meinung, dass wir das Klima schützen müssen, wird von vielen, vor allem von jungen Leuten, geteilt. 

Doch ist Fridays for Future dafür noch der richtige Weg? 

Hier gehen die Meinungen auseinander. Es gibt immer mehr Klimaaktivisten, die aus Fridays for Future austreten. Gründe dafür gibt es viele. Genauso wie es auch viele Gründe gibt, genau das nicht zu tun und in Fridays for Future zu bleiben und die Bewegung weiterhin zu unterstützen. 

Die Gründe, warum es sinnvoll ist, Fridays for Future zu unterstützen, liegen auf der Hand:  

Fridays for Future hat eine unglaubliche Reichweite und kann mit dieser Reichweite die Politik in eine bestimmt Richtung drängen. Durch diese Macht haben die Aktivistinnen und Aktivisten von Fridays for Future schon einige Denkanstöße gegeben, nicht nur in der Politik, sondern auch bei Privatpersonen. Die Organisation hat der Gesellschaft einen Denkanstoß gegeben.

Also warum sollte Fridays for Future nicht der richtige Weg sein, um unser Klima zu schützen? 

Ein Grund ist zum Beispiel, dass Fridays for Future durch die große Aufmerksamkeit der Medien von unterschiedlichen politischen Akteuren für ihre jeweiligen Ziele zweckentfremdet wird. So schreibt zum Beispiel Stefan Hofer in seinem Artikel „Fridays for Future als Tropfen auf dem heißen Stein”, dass „Rechte Blogs und Redner Greta Thunberg beleidigen und sich lustig machen über die demonstrierenden Schüler. Linke und Grüne hingegen stellen sich hinter sie und ihre Bewegung und feuern gegen die Rechten.” Dies helfe dem Ziel des Klimaschutzes nicht, sondern lenke im Zweifelsfalle nur davon ab. Die Organisation FfF wird von den politischen Mächten zum Teil instrumentalisiert*. Das heißt nicht, dass die Politik nicht wirklich etwas für das Klima tun will, sondern nur, dass sie die Organisation FfF nutzen, um politisch besser dazustehen. 

 *ausgenutzt, Kapital schlagen aus, für fremde Zwecke benutzt werden

Ein zweiter Grund für den Austritt aus Fridays for Future sind die Mitglieder von Fridays for Future. Der Großteil dieser Bewegung besteht aus Akademikern und Akademikerkindern. Anders formuliert heißt das, dass Fridays for Future aus der reicheren Mittel und Oberschicht besteht. Die Sichten der unteren Mittelschicht oder gar der Unterschicht werden gar nicht bzw. kaum vertreten. Wie kann jemand, der in seinem ganzen Leben noch nie auf 5€ achten musste, sich in eine Situation hineinversetzen, in der genau diese 5€ für das Überleben wichtig sind? 

Dies soll kein Vorwurf sein, sondern ein Hinweis, dass jemand, der mit diesem Problem nie konfrontiert wurde, dieses gerne mal übersieht. So sind die Forderungen, die Fridays for Future stellt, teilweise für ärmere Leute gar nicht oder nur schwer umzusetzen, da einfach das Geld fehlt.  

Aus diesem Grund bin ich der Meinung, dass Fridays for Future nicht in der Lage ist, realistische Vorschläge für Leute aus allen gesellschaftlichen Schichten zu machen. 

Dazu muss man aber auch beachten, dass eben diese Leute gar kein großes Problem für das Klima darstellen. Denn sie sind es nicht, die in jeden Ferien mit dem Flugzeug verreisen, jeden Sommer eine Kreuzfahrt machen und die Hälfte ihrer Kleidung nie tragen. Sie sind es nicht, die solche Übermengen an Energie verbrauchen und damit die Umwelt verpesten.  

Unsere Gesellschaft ist eine elitäre Gesellschaft, insofern finde ich es auch unvermeidbar, dass eine Organisation, die eine solche Macht und so viel Einfluss hat, früher oder später eine elitäre Gruppierung wird. 

Zudem sind die Vorschläge, die Fridays for Future macht, nicht immer ganz ausgearbeitet. Natürlich kann man hier dagegen halten, dass dies auch nicht die Aufgabe von Fridays for Future ist, da FfF eine Organisation ist, die auf die Klimakrise aufmerksam machen möchte. Um jedoch wirklich etwas zu ändern und zu verbessern, sollte man als Organisation realistische, umsetzbare und zielführende Vorschläge machen. 

Ein Beispiel ist der Post vom 16. März auf der offiziellen Seite von Fridays for Future Deutschland. „Ein Tankrabatt wäre ökonomisch und ökologisch unsinnig, […] besser wäre ein einkommensunabhängiges Mobilitätsgeld oder eine pro-Kopf Klimaprämie.” An sich ist diese Idee gut, sie hat jedoch einige kleine Haken. Zum einen muss man sich fragen, wie hoch das Mobilitätsgeld ist. Zudem ist auch die Frage, ob es fair ist, wenn eine Person, die im Monat mehrere tausend Euro verdient und jemand, der gerade einmal den Mindestlohn bekommt, dieselbe Hilfe für die Fahrpreise bekommen. Ein weiteres Problem wäre auch die Pro-Kopf Klimaprämie. Könnte diese dazu führen, dass eine allein lebende Person weniger Geld vom Staat für das Fahren eines klimaschonendes Auto erhält als eine mehrköpfige Familie? 

Als letzten großen Streitpunkt sehe ich die tatsächliche Auswirkung der Aktionen einer solchen Organisation. Sie haben zweifelsohne eine große Macht im öffentlichen Leben und somit auch indirekt auf die Wirtschaft und die Politik. Allerdings ist ein großer Teil der Emissionen auch auf private Haushalte zurückzuführen.  

Dieser Teil wird häufig unterschätzt. Wenn man sich jetzt aber einmal eine Grafik vom Presseportal anguckt, sieht man, dass es auch in privaten Haushalten riesige Einsparpotenziale gibt. 

 

 

Fridays for Future macht hierauf zwar aufmerksam, jedoch meiner Meinung viel zu wenig. Zudem verleiht die Tatsache, dass man zu einer Demo von Fridays von Future gegangen ist auch die falsche Sicherheit, dass man jetzt genung für das Klima getan hat und zuhause zum Beispiel die Birne brennen lassen kann, obwohl niemand im Raum ist. 

Dies bedeutet nicht, dass die Wirtschaft und die Politik sich jetzt entspannen können und die Aufgabe an die Privatpersonen abgeben können. Im Gegenteil, es bedeutet nur, dass die Privatpersonen ihre Verantwortung nicht auf die Wirtschaft und Politik schieben sollen. 

Ein weiteres Problem sind die Feindbilder von Fridays for Future. Die Mitglieder von Fridays for Future haben viele Feindbilder. Die Person, die eine Kreuzfahrt macht, der Autofahrer, die Person, die mit Einwegplastiktaschen zum Einkaufen geht und so weiter. Dies kann dazu führen, dass die Gegner des Klimawandels diese aggressive Haltung der FfF-Aktivisten als Sinnbild für Klimaschutz sehen und miteinander verbinden. Dadurch ist der Klimaschutz leichter angreifbar und die Menschen wenden sich auch eher von ihm ab. Dies würde einen negativen Einfluss auf das eigentliche Ziel der Organisation haben: Klimaschutz. 

Zudem werden all die Leute, die sich durch die Aussagen von Fridays for Future angegriffen fühlen, gegen sie verschließen. Man würde somit das Gegenteil erreichen, von dem was man erreichen will: Klimaschutz. 

Zudem ist mir aufgefallen, dass die große Mehrheit der Menschen und vor allem die in Führungspositionen nur auf Krisen reagieren können. Selten werden diese präventiert, auch wenn dies sehr häufig möglich gewesen wäre. Ein gutes Beispiel hierfür wäre der Ukrainekrieg. Die Besitzansprüche Putins waren schon lange klar, spätestens aber seit der Annektion der Krim im Jahre 2014. Erst als es zu spät war, reagierten die westlichn Regierungen. 

Ähnliches wird sehr wahrscheinlich auch mit dem Klima passieren. Bisher hat sich zwar die Politik darum bemüht, doch kaum kommt ein anderes wichtiges Thema, rückt der Klimaschutz in den Hintergrund, denn das andere Thema ist im Moment einfach akuter.  

Die Bedrohung durch die Klimakrise muss erst bei erst bei uns akut werden, damit die Politik angemessen darauf reagiert, denn in Ländern in Afrika ist die Klimakrise schon längst hochaktuell. 

Darum müssen wir jetzt handeln und nicht erst, wenn es bei uns akut ist und laut tausender Expertenmeinungen auch zu spät. 

Abschließend muss sich aber jeder selbst überlegen, was er von Fridays for Future und dem Klimawandel allgemein hält und wie man sich benimmt. Aber man sollte die Augen nicht vor den Problemen verschließen, sondern sie aktiv angehen und nach Lösungen suchen. Dabei gibt es keine richtigen oder falschen, sondern nur verschiedene Ansätze, die das Ziel verschieden schnell erfüllen.