Wir haben verschiedene Geschäftsinhaberinnen interviewt, weil wir herausfinden wollten, wie die Geschäfte in Rissen Corona überstanden haben. In dem Interview haben wir Frau Holsten aus dem Schuhhaus in Rissen verschiedene Fragen gestellt. 

Eigenarbeit lohnt sich               

Manche Geschäfte haben die Corona Zeit nicht überstanden. Wie haben sie das geschafft?  

Durch viel Eigenarbeit. Ich habe mich selbst dafür engagiert, dass der Laden läuft, indem ich viel Zeit dort verbracht habe. 

Haben Sie sich Alternativen für Ihr Geschäft überlegt, und wie habe Sie diese umgesetzt?  

Ich habe viel mit Außerhausverkauf gearbeitet. Vor dem Eingang stand dann ein Tisch, sodass die Kunden nicht in den Laden reinkamen, sondern nur die vorbestellten Schuhe abholen konnten. 

Haben ihre Kunden diese unterstützt? 

Ja, auf jeden Fall. Doch wir kamen damit noch lange nicht auf die Einnahmen, die wir vor dem Lock-Down verdient haben, und wir haben die verlorenen Einnahmen immer noch nicht aufgeholt. 

Als sie ihr Geschäft wieder öffnen durften, war die Anzahl der Kunden so groß wie vor dem Lockdown? 

Nach dem ersten Lockdown auf jeden Fall. Es kam sogar ein regelrechter Ansturm. Im zweiten Jahr sind deutlich weniger gekommen, was unteranderem an den strengen Corona-Maßnahmen in Hamburg lag. Doch finanziell habe ich die großen Verluste der Monate davor immer noch nicht aufgeholt. Denn im Gegensatz zu anderen Geschäftsfrauen und -männern gehört mir ein Teil des Ladens. Deshalb muss ich weniger Miete bezahlen und habe dementsprechend deutlich weniger Geld vom Staat als Unterstützung bekommen.  

Wie waren Sie denn durch die strengen Corona Maßnahmen eingeschränkt? 

Es sind weniger Leute in unser Geschäft gekommen, da in Schleswig-Holstein weniger strenge Maßnahmen waren als in Hamburg. Und diese Maßnahmen auch früher gelockert wurden. In Hamburg musste man z.B. FFP2 Masken tragen und in Schleswig-Holstein nur medizinische. Wenn dann Kunden mit medizinischer Maske kamen, mussten wir ihnen das sagen. Wir hatten auch immer welche parat, doch die Kunden meinten, sie wollen später mit ihren eigenen Masken wiederkommen. Das haben sie natürlich nicht gemacht, sondern sind dann lieber in Wedel einkaufen gegangen. Oder auch die Kontaktverfolgung meiner Kunden. Viele meiner Kunden haben nämlich kein Smartphone, weshalb sie immer Zettel ausfüllen mussten. Das war ihnen zu kompliziert und sie sind lieber zu Schuhläden in Wedel gegangen.  

Wenn jetzt nochmal so ein Lockdown kommt, würden sie etwas anders machen? 

Es gibt ja nicht besonders viele Möglichkeiten, also würde ich nicht wirklich etwas verändern. Ich könnte zwar eine Website erstellen lassen, allerdings würde ich damit nur Verluste machen, da der Aufbau einer Website teuer und aufwendig ist. 

Von welcher Seite würde Sie sich mehr Unterstützung wünschen, von der Politik oder von den Rissenern? 

Ich würde nicht gerne mehr mit der Politik zu tun haben. Außerdem möchte ich nicht in der Haut der Politiker stecken, aber ich konnte einige Entscheidungen nicht ganz nachvollziehen, zum Beispiel dass die Buchläden öffnen durften und Schuhläden nicht. Aus meiner Sicht gehören Schuhe eher zum alltäglichen Gebrauch als Bücher! Ziemlich wichtig sind z.B.: Baby- und Kleinkinderschuhe, da kleine Kinder laufen lernen müssen und dafür gute und perfekt passende Schuhe brauchen. Das hätten die Politiker meiner Meinung nach besser entscheiden können. 

Die Menschen haben sich an den Online-Einkauf gewöhnt                       

Wir haben eine Geschäftsfrau in Rissen interviewt, diese möchte allerdings anonym bleiben.  

Im ersten Lockdown in 2020 mussten die Geschäfte sehr plötzlich schließen. Das kam für viele Inhaber sehr überraschend und außerdem wussten sie nicht, wie lange es anhält und was noch kommen wird. Diese Unsicherheit hat sie auch überlegen lassen, ihren Laden dauerhaft zu schließen, allerdings nicht aus finanziellen, sondern aus psychologischen oder mentalen Gründen, weil alles so neu war. Sie hat als Alternative zu ihrem normalen Verkauf, im Lockdown vom 17. Dezember bis Mitte Mai, durch die Ladenfenster verkauft und die Kunden haben diese Idee unterstützt. Als sie ihr Geschäft wieder öffnen durfte, war die Anzahl der Kunden ähnlich wie vor Corona. Jetzt hat sie immer noch Einschränkungen durch Corona, da sich die Kunden an den Online-Einkauf gewöhnt haben uns sich nicht wieder umgewöhnen wollen. Allerdings hat sie einen Vorteil zu anderen Geschäften, wodurch viele Kunden wiederkommen, da die Sachen die sie verkauft wichtig sind und man sie braucht. 

von Mathilda, Louise, Katharina und Jule